Juli 3

Abschied

Es ist nicht besser, es wird nur anders. Doch dass es anders wird, ist schon besser.

Er nannte sich Gastropodus oder Harason oder HWSchnecke. Sein Wunsch war es stets, egal was er machte, die Menschen fröhlich zu stimmen. Er war Bühnenarbeiter und Beleuchter, war Puppenspieler, Puppengestalter und Bühnenbildner, war Requisiteur und Grafiker, war Kamera-Assistent und Szenenbildner und bis 1990 Regisseur. Er arbeitete mit Heinz Quermann, Lutz Jahoda (Mit Lutz und Liebe), Lutz Hoff (Schätzen sie mal) und Gerhard Behrendt (Unser Sandmännchen) und drehte u.a. mit Monika Hauff und Klaus-Dieter Henkler bereits 1974 erste Videoproduktionen. Er begann sich sehr zeitig für die Arbeit am Computer zu interessieren. Computergrafik und -animation waren Mitte der 80er auf einem Commodore möglich. Dies half ihm insbesondere, als er ab ’90 freiberuflich tätig war. Er entwickelte hier u.a. das Unternehmens-Erscheinungsbild (Corporate Design) des Klinikum Chemnitz (Logo, Zeitschrift Klinoskop …).
Ja, er war durch und durch ein kreativer Kopf – mein Freund Wolfgang Schnecke. Wir lernten uns vor einigen Jahren bei Recherchen zu dem Buch “Aufgewachsen in Chemnitz und Karl-Marx-Stadt – Die 40er und 50er Jahre” kennen. Bereits ein Jahr später veröffentlichten wir gemeinsam den Farbbildband “Liebenswertes Chemnitz“. Er lieferte die Fotos (auch das konnte er) und ich den Text.
Angeregt von den Erzählungen seiner Tätigkeiten beim DDR-Fernsehen begann ich damit über sein Leben zu schreiben. Es entstand der Roman “Die Magie der Triode oder Der Lebensweg des HW“. Die Geschichte endet knapp vor seinem 18. Geburtstag, im Jahre 1962.
Ende letzten Jahres hatten wir beschlossen, weiter daran zu arbeiten. Im Mai bauten wir an einem Konzept, wurden konkret und fanden eine Struktur, an der wir uns durch die kommenden Monate entlang hangeln wollten. Zu einem Arbeitstreffen kam es nicht mehr.
Am Sonntag, den 24. Juni starb Wolfgang, nicht überraschend, aber dennoch plötzlich. Im kommenden Monat wäre er 74 Jahre geworden.
Das Internet vergisst nie. Wenn man das weltweite Netz durchforstet, dann findet man Spuren, die er hinterlassen hat; einen Eintrag bei Wikipedia, seine Website, Bücher, Bilder, Beiträge, Videos.
Wolfgang war seit 2014 Ehrenmitglied des Literarischen Kleeblatts.
Nach dem Duden ist eine Spur, ein Anzeichen für einen in der Vergangenheit liegenden Vorgang. Diese Anzeichen gibt es. Ich sehe sie bei mir … in mir. Er hat sie mit Lust hinterlassen. Ich finde sie in Form von vielen Erinnerungen an gemeinsame Tage im Harz, Arbeitsstunden an den Büchern, an Auftritten mit dem Morgenstern-Programm. Gerne denke ich an die gelegentlichen Abendessen zurück.
Er hinterlässt tatsächlich eine Lücke – zumindest bei mir.
Und um es abschließend ganz in seinem Sinne zu sagen: Überraschungen kommen meist überraschend, besonders die unangenehmen.
Tschüss Wolfgang!
Juni 2

Ein Strittmatter kommt selten allein Vol. 2.0

Ganz im Zeichen des Jubiläums, nämlich 10 Jahre Kulturgewächshaus  Glauchau/Hölzel, war auch das Literarische Kleeblatt gefordert, einen adäquaten Beitrag zu leisten. Aber gefordert ist mit Sicherheit ein viel zu hartes Wort für eine Herzensangelegenheit. Nach 8 Jahren war es sozusagen eine Pflicht für mich als Strittmatter-Jünger, mein Programm aufzumöbeln, hier und da ein paar neu gewonnene Fakten und Erkenntnisse mit einzubauen und auf diese Weise einen Beitrag zur Erinnerung an den 1994 verstorbenen Schriftsteller Erwin Strittmatter zu leisten. Und das, was da neu war, nahm nicht wenig Raum ein. Zudem … bei allem, was wir vorgetragen haben, bei allem was wir lasen, erzählten, in Bildern zeigten, bei alledem sind wir doch eher keine wirklichen Zeitzeugen. Dies sollte sich jedoch am Ende unseres Leseabends ändern. Und so baten wir zu uns auf das Podium den ältesten (lebenden) Sohn Erwin Strittmatters, Dr. Knut Strittmatter, der ein offenes Ohr für alle Fragen rund um seinen Vater, um dessen dritte Ehefrau, die Lyrikerin Eva Strittmatter, das Leben in Schulzenhof, sowie  zu seinem eigenen Leben hatte. Alle Fragen wurden beantwortet, auch die unangenehmen.

Als ganz großes Glück betrachteten wir die Tatsache, ein musikalisches Duo mit ins Boot genommen zu haben, das uns hier vor Ort begleitete.

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Das Duett “Goldene Zeiten”, Lydia und ihr Gitarist Christian.

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 Das Literarische Kleeblatt ganz in Aktion.

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Im Gespräch mit Dr. Knut Strittmatter.

April 25

Lesung bei der Chemnitzer Siedlungsgemeinschaft

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Es war mal wieder ein ganz tolles Erlebnis. Zusammen mit der Gast-Leserin Christiane Winkler (rechts) laß das Literarische Kleeblatt aus dem Leben Erwin Strittmatters. Dabei war es zunächst wenig verwunderlich, dass im Publikum nur ein Mann unter vielen Frauen saß, der sich am Ende des datenreichen Lesenachmittags als Überraschungsgast entpuppte. Dr. Knut Strittmatter, 2. Sohn aus erster Ehe des deutschen Schriftstellers Erwin Strittmatter stand Rede und Antwort auf alle gestellten Fragen.

Selbstverständlich freuten wir uns, dass unser Ehrenmitlied wieder einmal Zeit für uns und unser Publikum hatte. Aber unser Dank gilt in diesem Zusammenhang ebenso der Chemnitzer Siedlungsgemeinschaft, die uns ein herzlicher Begleiter bei der Organisation des Nachmittags war. Als Dank gab es für uns jeweils einmal den “Herrn Hübschmann”, der in meinem Arbeitszimmer sogleich einen Ehrenplatz eingerichtet bekam.

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April 4

Leipziger Buchmesse, 24.03.2017

Es war wirklich sehr schön. Ich freue mich, dass es mir der Telescope Verlag ermöglicht hatte, hier zu lesen. Danke dafür!

Lassen wir einfach die Bilder für sich sprechen:

20170324_100429Leider konnte Jana nicht – die Gesundheit, die Gesundheit. Und so musste das eigentliche Programm mal ganz fix umgestellt werden. Ich habe demnach nichts aus dem Kleeblatt-Buch vorgetragen, sondern eine halbe Stunde aus meinem.

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Beim Training                                                             Beim Lesen